Wenn über Qualität in einer Kita gesprochen wird, richtet sich der Blick meistens auf die Kinder: pädagogische Konzepte, Räume, Spielangebote, Förderung und Betreuung.
Doch ein entscheidender Faktor liegt an einer anderen Stelle:
Wie gehen die Erwachsenen miteinander um?
Kinder verbringen viele Stunden in ihrer Einrichtung. Dabei erleben sie nicht nur, wie Erzieherinnen und Erzieher mit ihnen sprechen. Sie beobachten auch, wie Erwachsene miteinander kommunizieren.
Gibt es Respekt im Team? Werden Konflikte offen angesprochen? Können unterschiedliche Meinungen nebeneinander bestehen? Fühlen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört?
Ein Team muss keineswegs konfliktfrei sein. Im Gegenteil: Wo unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten, entstehen zwangsläufig Spannungen. Problematisch wird es erst, wenn Konflikte dauerhaft unter der Oberfläche bleiben.
Dann zeigen sie sich häufig indirekt: durch Rückzug, Gereiztheit, Gruppenbildung, Lästern oder das Gefühl, ständig übergangen zu werden.
Eine gute Teamkultur bedeutet deshalb nicht Harmonie um jeden Preis. Sie bedeutet, Konflikte so auszutragen, dass Beziehungen erhalten bleiben.
Dafür braucht es Räume, in denen nicht sofort nach Schuldigen gesucht wird. Stattdessen kann gefragt werden:
Was brauchen wir, damit Zusammenarbeit wieder gelingt?
Was wurde bisher nicht ausgesprochen?
Welche unterschiedlichen Erwartungen treffen gerade aufeinander?
Auch Leitung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer Verantwortung trägt, muss nicht alle Probleme lösen. Aber Leitung kann eine Kultur schaffen, in der Fragen, Unsicherheiten und Kritik ausgesprochen werden dürfen.
Davon profitieren letztlich auch die Kinder.
Denn Erwachsene, die sich sicher, respektiert und als Teil eines Teams erleben, verfügen häufig über mehr Kraft und Aufmerksamkeit für ihre pädagogische Arbeit.
Main Vita beschreibt gerade für Kitas Teambeziehungen, Wertschätzung, Konflikte und einen geschützten Raum für Reflexion als wichtige Themen.